Polsterung

Zur Erhöhung des Sitzkomforts werden Sitzmöbel mit Schaum gepolstert. Schaum gibt es in unterschiedlicher Dichte und Härte. Für jedes Modell wird nach der optimalen Kombination aus Dichte und Härte gesucht, da diese für die Qualität des Schaums und damit letztendlich den Sitzkomfort ausschlaggebend ist. Eine Eigenschaft von Schaum besteht darin, dass er zur Stabilisierung 6 Monate benötigt. Innerhalb dieser sechs Monate kann die Härte um ca. 15 bis 20 Prozent abnehmen. Ihr Sitzmöbel fühlt sich dadurch weicher und komfortabler an. Es wird empfohlen, alle Sitzflächen gleichmäßig zu nutzen, so dass für ein gleichmäßiges „Einsitzen“ gesorgt und einer späteren Mulden- und Faltenbildung vorgebeugt wird. Lose Sitz- und Rückenkissen sollten regelmäßig aufgeschüttelt, versetzt und gedreht werden, um ein gleich bleibendes Kissenvolumen und einen dauerhaften Sitzkomfort zu gewährleisten.

Für die Möbel sind viele verschiedene Bezüge erhältlich. Die Stoffe gibt es in vielen unterschiedlichen Qualitäten, wobei die Fäden des verwendeten Garns und die Webtechnik die Elastizität des jeweiligen Stoffes bestimmen. Die Dehnbarkeit entscheidet darüber, ob sich ein Stoff für ein bestimmtes Modell eignet, aber auch die Faltenbildung nach Gebrauch. Die Faltenbildung hängt mit dem Stabilisierungsprozess des Schaums bzw. dem Einsitzen eines Möbelstücks zusammen. Hierdurch wird die Polsterung weicher und erhöht sich der Sitzkomfort (genau wie bei einer neuen Jeans). Auf diese Weise können sich Falten bilden. Diese beeinträchtigen jedoch die Qualität des Möbelstücks nicht, sondern sorgen im Gegenteil für ein weicheres Erscheinungsbild und können nicht verhindert werden.
 
Außerdem verliert jeder Polsterstoff im Laufe der Zeit an Farbe. Dies ist vor allem bei kräftigen und dunklen Stoffen der Fall. Direkte Sonneneinstrahlung fördert diesen Prozess, weshalb Sonnenlicht möglichst vermieden werden sollte. Synthetische Stoffe sind weniger anfällig. Samtige Stoffe können je nach Lichteinfall einen anderen optischen Eindruck hervorrufen und es kann die Wirkung entstehen, als sei das Möbelstück mit Stoffen unterschiedlicher Farbe bezogen. Einige Stoffe „pillen“, z. B. durch Lösen von Faserteilchen oder Verfilzung mit Kleiderfasern. Die Stoffknötchen lassen sich mit einem Fussel-Rasierer einfach entfernen.

Gegenstände wie Spielzeug, Ringe, Schuhschnallen und -absätze können am Stoff zu bleibenden Beschädigungen führen. Lassen Sie deshalb Kinder nicht mit Schuhen auf der Couch spielen. Auch Haustiere sollten von Sitzmöbeln ferngehalten werden, da sie durch ihre Krallen beträchtliche Schäden verursachen können. Böden lassen sich dadurch schützen, dass die Beine der Möbel mit Filzgleitern versehen werden.
Stoffe und ihre Eigenschaften
Polyester
Vollständige synthetische Fasern wie Polyester weisen eine besonders hohe Abriebfestigkeit und eine geringe Neigung zur Feuchtigkeitsabsorption auf. Sie reagieren allerdings sehr empfindlich auf eine elektrostatische Ladung. Deshalb zieht der Möbelstoff –vor allem in einer trockenen Umgebung – schneller Staubteilchen an. Eine gute Luftfeuchtigkeit in dem Raum (50–60% relative Luftfeuchtigkeit) ist darum sehr wichtig. Möbelstoffe aus Polyester sind brandhemmend, können problemlos gereinigt werden, schrumpfen nicht und weisen eine hohe Beständigkeit in Bezug auf Bakterien und Schimmel auf.
Baumwolle
Außer einer guten Abriebfestigkeit verfügen Möbelstoffe aus Baumwolle über eine gute Feuchtigkeitsaufnahme; zudem reagieren sie nicht so empfindlich auf eine elektrostatische Ladung. Diese Stoffsorte wird allerdings schneller schmutzig als Wolle. Möbel mit Baumwollpolsterungen lassen sich gut reinigen.
Trevira CS
Textilien aus Trevira CS lassen sich sehr einfach reinigen, weil das Material schnell trocknet und die Form beibehalten bleibt. Das heißt, dass der Stoff nicht gebügelt werden muss. Die permanente Unentflammbarkeit beruht auf der molekularen Struktur des Stoffes; sie wird daher auch durch die Reinigung nicht beeinträchtigt.
Wolle
Im Allgemeinen verfügen Möbelstoffe aus Wolle über eine gute Abriebfestigkeit und eine gute Feuchtigkeitsaufnahme; zudem reagieren sie nicht so empfindlich auf eine elektrostatische Ladung. Außerdem bietet Wolle in gewissem Sinne eine brandhemmende Wirkung. Durch zu viele Wollfasern können bei Möbelstoffen Flusen entstehen. Das hört von selbst wieder auf und wirkt sich nicht auf die Abriebfestigkeit aus. Achten Sie darauf, dass der Wollstoff niemals völlig nass wird.
Flecken
Flecken in diesen Stoffen lassen sich meistens mit einem feuchten Tuch entfernen. Wenn ein Fleck eingetrocknet ist, müssen Sie die losen Reste des Flecks zuerst mit der Hand oder einer weichen Bürste abnehmen. Anschließend muss der Fleck gestaubsaugt werden. Entfernen Sie den Fleck anschließend, wobei Sie bitte die Angaben hierunter beachten.
Verwenden Sie niemals unverdünnte Reinigungsmittel, Bleiche, Ammoniak oder Seife, die für harte Oberflächen verwendet wird. Selbstverständlich können Sie die Stoffe auch chemisch reinigen lassen. Bei dieser Reinigungsmethode tragen Sie allerdings das Risiko. Besprechen Sie vorher mit der jeweiligen Firma, um welche Risiken es dabei geht.
Warnung
Trockenreinigungs- und Lösungsmittel können giftig bzw. entzündlich sein. Beachten Sie bei der Verwendung dieser Produkte bitte die Sicherheits-vorschriften. Tragen Sie immer Handschuhe und Schutzkleidung. Decken Sie die Teile des Möbelstücks ab, die nicht behandelt werden. Schützen Sie vor allem das Holz. Lüften Sie den Raum während und nach der Behandlung gründlich, damit die Dämpfe der Reinigungsmittel schneller abziehen können. Verwenden Sie keine direkten oder anderen Formen von Heizgeräten.